| 22. April 2011
Ministranten von Brülisau pflegen den alten Brauch des Osternsingens
Wie jedes Jahr zogen am Ostersamstag «d'Osterebuebe» in Gruppen von Haus zu Haus. «D'Osterebuebe» sind die Ministrantinnen und Ministranten der St. Sebastians-Pfarrei in Brülisau. «Buebe» deshalb, weil früher ausschliesslich Buben als Ministranten dienten. Das Osternsingen ist ein alter Brauch und wird fast ausschliesslich nur noch im Oberdorf gepflegt.
Ostersamstag, die Glocke der St. Sebastians-Kirche schlägt acht Uhr. Es weht ein zügiger Wind. Die zweiundzwanzig Buben und Mädchen teilen sich in zwei Gruppen auf: Die Gruppe Schwarzenegg und die Gruppe Brülisau/Dorf. Die Kinder tragen eine Stallbluse, dunkle Hosen, ein rotes Halstuch und einen Hut. Der Stock darf auch nicht fehlen. Sechs Ministranten sind erstmals dabei. Ihnen ist noch etwas mulmig. Messmer Albert Manser erklärt den Oberministranten, für welches Gebiet sie zuständig sind. Und schon marschieren die Kinder los. Jedes Haus und jeder Hof – und liegt er noch so abgelegen – wird besucht.
Zur Melodie von «I höre e es Glöggli» singen die Kinder aus voller Kehle ihr Osterlied: «Es ischt wiede Ostere drom sömme hüt cho. De Bruch tüeme pflege ehr wessid wieso. Was e ös tüend schenke vergöltid mer all. De Herrgott schickt Sege is Hus ond en Stall».
Die Mädchen und Buben stossen auf offene Türen, erhalten einen Batzen in die Kasse, bekommen Süssigkeiten und werden da und dort in der warmen Stube zu einem Getränk eingeladen. Es ist ein persönliches Dankeschön an die Kinder für ihren Dienst in der Kirche während des ganzen Jahres. Der Brauch wird von der Bevölkerung sehr geschätzt. Gerade ältere Einwohner freuen sich über den Besuch der munteren «Meedle ond Buebe». Und manch eine Grossmutter ist besonders stolz, wenn das eigene Grosskind bei den Ostersängern dabei ist.













