| 11. März 2011
Das Amt des Mesmers ist anspruchsvoll, verlangt Menschenkenntnis und Beweglichkeit, denn immer mehr werden sie in ihrer Pfarrei zur wichtigen Bezugsperson. Mit Berufsfragen befassten sich am Dienstag die Mesmer der Region.
Wie vielfältig das Amt des Mesmers ist, zeigen allein schon die verschiedenen Berufsbezeichnungen, Mesmer und Küster bedeuten «Hüter», Sakristan verbindet das Amt mit dem «Sacrum», dem Heiligtum.
Eigentlich könnte man noch eine weitere Berufsbezeichnung hinzufügen: «Menschenkenner». «Das ist wohl das Wichtigste für einen Mesmer; er muss mit ganz verschiedenen Menschen und Ansprüchen umgehen können», sagte am Dienstag Albert Manser aus Brülisau, der Präsident der regionalen Mesmervereinigung, die ein Gebiet von Rorschach bis Gossau und das ganze Appenzellerland umfasst.
Diese Vereinigung, Kreis 1 des «Sakristanenverbandes Bistum St. Gallen», versammelte sich am Dienstag in Abtwil zur ordentlichen Hauptversammlung, begrüsst von Kirchenpräsidentin Ruth Tanner und Pfarrer Heinz Angehrn.
Bildung und Geselligkeit
Auch bei der Verlesung des Jahresberichts stellte Albert Manser die Bedeutung der Menschenkenntnis in den Vordergrund: «Man muss die Menschen nehmen, wie sie sind, es gibt keine anderen.» Dieser Aspekt wird an der Weiterbildungstagung vom November aufgenommen.
Eine wichtige Aufgabe des Sakristanenverbandes ist neben der beruflichen Weiterbildung auch der Zusammenhalt.
Im Berufsalltag ist jeder auf sich allein gestellt. Umso bedeutsamer, dass man sich immer wieder zum Gedankenaustausch treffen kann. Eine nächste Gelegenheit ist die Chrisammesse vom 19. April im St. Galler Dom, wo die liturgischen Öle geweiht und von den Mesmern abgeholt werden. Am 17. Mai nimmt man an der schweizerischen Sakristanen-Wallfahrt nach Einsiedeln teil.
Im Zeichen der Fahne
Symbol solcher Gemeinschaft ist die Verbandsfahne. Sie wird bei festlichen Anlässen entrollt und begleitet auch verstorbene Kolleginnen und Kollegen auf dem letzten Gang. Die Wahl des neuen Fähnrichs fiel auf Willi Büchel aus Speicher, der als früherer Fähnrich des Blasmusikverbandes seines Kantons «weiss, was es heisst, die Fahne zu tragen».
Als neue Mesmer wurden aufgenommen: Urban Niederöst (Appenzell), Magdalena Bischof (Eggersriet), Thomas Dietsche (Goldach), Andrea Inauen (Teufen), Franz Gmünder (Dom).
Quelle: St. Galler Tagblatt













